Sterben – Teil II der Dilogie

Es sind die Landschaftsbeschreibungen, die mir so auf Keks gehen. Der Roman wird gehypt als der Kracher schlechthin und ist im Prinzip kaum mehr als ein extensiver Reiseführer. Okay, dieses Urteil ist sicher etwas verknappt und tut Sterben ein kleines bisschen Unrecht. Aber zwischendurch war ich wirklich genervt von der achtzehnten Version der Felsen Norwegens. Diggi, ist ja gut, wir wissen, wie Berge aussehen.

Manchmal drängt sich der Gedanke auf, dass einiges lost in translation ist. Leider sind meine Norwegischkenntnisse weniger als rudimentär, weshalb ich mit der deutschen Übersetzung vorlieb nehmen musste, aber die Sprache Knausgårds klingt irgendwie sperrig. Wie ein Koffer, der nicht ins Gepäckfach passt. Und eventuell liegt es auch daran, dass Teil eins von sechs bei mir häufiger ein Gähnen als ein zustimmendes Nicken hervorlockte. Die Originalversion heißt übrigens Min Kamp 1 und dafür reicht mein Norwegisch dann doch.

Aber außer dem heftigen Titel und einer Handvoll Passagen, in denen sich K. ansehnlich mit Kunst auseinandersetzt und wirklich feine Momente schafft, kann ich wenig finden an Karl Oves Ego. Knausgårds Weltsicht, die so auf sich selbst konzentriert ist wie in einer Lupe gebündeltes Sonnenlicht ist natürlich Hauptgegenstand der gesamten Reihe. Und dass er sie so konsequent in den Mittelpunkt des gesamten Romans stellt, dass sie schon nervt, muss man ihm eigentlich zugutehalten, da er damit ja genau das erreicht hat, was er wollte. Das sollte ja ein Buch über ihn selbst sein. Aber mich langweilt dieses ausgedehnte Selbstmitleid.

Schade, ich hatte gehofft, ihn zu mögen.

*

It’s the landscape descriptions that get on my nerves. The novel is hyped as being the absolute banger, but is merely more than an extensive travel guide. Okay, this judgement surely runs a little short and is a bit unfair towards Sterben. But here and there I got really annoyed at the eighteenth version of Norwegian rocks. Fam, it’s alright, we know what mountains look like.

Sometimes I can’t help but think that some things may be lost in translation. Unfortunately, my knowledge of the Norwegian language is less than rudimentary, but Knausgårds language sounds bulky. Like a suitcase that doesn’t fit into the overhead lockers. And maybe that’s the reason why part one of six would evoke a yawn instead of an approving nod in me at most times. The original titel is Min Kamp 1 by the way and that my Norwegian is sufficient for.

But apart from the heavy title and a handful of passages in which Knausgård deals with Art, producing actually fine moments, there is not much in Karl Oves ego for me. Knausgårds worldview that is focussed on himself like sunlight bundled in a magnifying glass is of course the main subject matter of the whole series. And he must actually be credited for putting it in the center of his novel so consequently that one gets annoyed with it because that is exactly what he wanted. This was supposed to be a book about himself. But I am bored by this extended self-pity.

Too bad, I was hoping to like him.

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