Sterben – Der Lektüre I. Teil

Mensch, Karl Ove. Noch spür ich den Spannungsbogen nicht.

152/575 Seiten der Mammut Biographie habe ich schon hinter mir gelassen. Sterben ist der erste von sechs Teilen schonungsloser Selbstreflexion Karl Ove Knausgårds. Großen Zeitungen zufolge soll das Projekt unglaublich fesselnd und wahnsinnig gut sein. Meh.

Mein Urteil bisher: ist ganz nett. Schwer zu sagen, woran es genau liegt, aber nach einhundertundfünfzig Seiten erwarte ich mehr Bindung zum Protagonisten. Möglicherweise fehlt sie mir, weil dieser Karl Ove eben keine wirkliche literarische Figur sein soll, sondern den Anspruch hat, wahr zu sein. Und echte Menschen sind in der Literatur halt immer wie Kartoffeln ohne Salz. Kann man machen, schockt aber irgendwie nicht.

Es gibt große Momente. Ich kann mir ganz genau vorstellen, wie K.O. nach getaner Arbeit vor seinem Werk saß und sich dachte: „Jetzt brauche ich noch ’n Knaller als Opener“ und dann einen Traum von einem ersten Satz hinzimmerte:

Für das Herz ist das Leben einfach: Es schlägt, solange es kann.

Das ist ein Satz, mit dem man ruhig berühmt werden kann. Obwohl das eigentlich ein Satzgefüge ist, oder? Ach wie gut, dass niemand weiß… Wie hab ich eigentlich den Grammatikteil im Germanistik Studium bestanden? Kann man mit einem Satzgefüge getrennt durch einen Doppelpunkt für einen guten ersten Satz gelobt werden? Ich denke schon. Props an dich, du alter Norweger.

Doch abgesehen von dem Feuerwerk am Anfang dümpelt die Story so vor sich hin. Die größten Aufreger waren aus meiner eingeschränkten Weltsicht bis zum wahllosen Cut auf Seite 152 der Absatz, in dem Knausgård (hier kann man sich die Aussprache dieses ästhetischen Nombres anhören) beschreibt, wie kacke er seine Kinder manchmal findet und der, in dem ein bisschen an den Brüsten einer jugendlichen Norwegerin gefummelt wird.

Mal sehen, wie es weitergeht. Hab ja noch ~ 5,083 Bände Zeit, mit ihm warm zu werden.

*

Karl Ove, dude. I’m not feeling the arc of suspense yet.

152/575 pages have I already left behind me. Sterben is the first of six volumes of relentless self-reflection of Karl Ove Knausgård. According to big newspapers, the project is supposed to be incredibly compelling and great. Meh.

My opinion so far: it’s nice. Hard to tell what causes it, but after a hundred and fifty pages, I expect to feel more of a bond with the protagonist. Maybe it’s missing because this Karl Ove is not meant to be a literary figure, but has a claim to be real. And real people in Literature are always like potatoes without salt. You can try it, but somehow it sucks.

There are great moments. I can perfectly picture K.O. sitting in front of his finished novel, thinking: „Now all I need is a banger of an opener“ and then crafting his divine first sentence:

For the heart, life is simple: it beats for as long as it can.

That’s a sentence you can no doubt get famous for. Even though that is actually a complex sentence, isn’t it? For little knows my royal dame… How did I even pass the grammar part in my German studies? Can you praise a complex sentence separated by a colon for being a good first sentence? I think so. Props to you, you old Norwegian.

But apart from the fireworks at the beginning, the story is bobbing up and down, not getting anywhere. The biggest provocateurs from my limited point of view until the random cut at page 152 were Knausgård (here you can listen to the correct pronunciation of this aesthetic nombre) describing how much he detests his children from time to time and some action with a Norwegian teenage girl’s tits.

I’ll see how it goes on. I still have ~5,083 volumes left to become friends with him.

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