In Plüschgewittern

Obacht Babes, Spoiler sind möglich. Aber so schlimm sind sie nicht.

Das ist das Buch, das ich gern geschrieben hätte. Dabei ist es gar nicht so leicht zu sagen, was mir daran am Besten gefällt. Entweder ist es die herrliche Gleichgültigkeit des Protagonisten, dem einfach alles am Arsch vorbei geht. Oder es ist die Tatsache, dass viele der Stationen, die er auf seiner Reise passiert Orte sind, mit denen ich etwas aus meinem Leben verbinde. Als der Name Süderbrarup fiel, war ich außer mir. Das kenne ich! Da war ich schonmal! Da gibt es einen kleinen Jahrmarkt.

Bei der Lektüre fällt einem nach und nach auf, dass der Protagonist nie etwas isst. Oder sein Essen appetitlos stehen lässt. Also Kinder, Stifte gespitzt und festgehalten: Inwiefern spiegelt das Essverhalten des Protagonisten sein seelisches Ungleichgewicht wider?

Herrndorf schafft es, die Dinge zu schreiben, die ich manchmal in dieser Klarheit noch nichtmal denken kann. Und hat dabei einen Vorteil gegenüber dem großen Fänger im Roggen, mit dem In Plüschgewittern schon auf der ersten Seite verglichen wird: Ich bin zwar jünger und weiblicher als der Protagonist, aber ich kann mich mit ihm besser identifizieren als mit Holden Caulfield. Mit seinem Weltschmerz, der oft in Zynismus und irgendwie auch Hoffnungslosigkeit umschlägt, kenne ich mich aus. Das kann ich jetzt nicht am Text belegen, aber das hier ist ja auch ein Blog. Und wird ausnahmsweise mal nicht mit Zahlen bewertet. Worte mit Zahlen bewerten. Auch irgendwie pervers.

Den Titel habe ich nicht verstanden. Aber vielleicht muss man das auch gar nicht.

*

Attention, Babes, spoiler alert. But they’re not that bad.

This is the book I wish I had written. Yet it is not so easy to point out what I like most about it. It is either the protagonist who doesn’t give a single shit about anything with delightful indifference. Or it is the fact that on his journey he passes by many places that somehow link up with my life. When the name Süderbrarup was mentioned, I was beside myself. I know that place! I’ve been there! They have a little fair there.

When reading, piece by piece you discover that the protagonist never eats anything. Or that he gets food but leaves it untouched. So, children, sharpen your pencils and take note: To what extent does the protagonist’s eating behaviour reflect his inner imbalance?

Herrndorff manages to put down in writing what I couldn’t even think about with such clarity. And he has an advantage over the big Catcher in the Rye, which In Plüschgewittern is compared to on the first page of the edition: I may be younger and more female than the protagonist, but I can identify much better with him than with Holden Caulfield. I am no stranger to his weltschmerz, that often resorts to cynisism and a kind of hopelessness. I can’t find proof for these claims, but hey, this is a blog. And for once, this will not be graded with a number. Rating words with numbers. That is perverted in its own way.

I didn’t get the title though. But maybe you don’t have to.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s